Frettchenzucht / Frettchenarten
Die Zucht von
Tieren gehört in verantwortungsvolle Hände und sollte Menschen
vorbehalten bleiben, die das nötige Hintergrundwissen und auch
ausreichend Platz, Zeit und Geld besitzen, um Frettchen
verantwortungsvoll züchten zu können. Es ist nicht damit getan, einfach
nur Frettchen zu verpaaren, weshalb von Frettchen von reinen Vermehrern
oder "Kinderzimmerzuchten" abzuraten ist.
Wie erkennt
man einen seriösen Züchter?
Seriöse Züchter
kümmern sich um ihre Kunden und stehen diesen, wenn nötig, auch nach
dem Kauf noch mit Rat und Tat zur Seite. Sie informieren den
potenziellen Käufer gründlich über die Tiere und gehen fundiert und
geduldig im Interesse der Tiere auf alle Fragen ein.
Seriöse Züchter haben nichts zu verbergen und informieren den
Interessenten auf Wunsch über ihre Zucht. Selbstredend können alle
Gehege und Tiere besichtigt werden und Sie können die Frettchen zum
besseren Kennenlernen auch gerne mehrmals besuchen. Ihre Preise sind
angemessen, aber nicht übertrieben hoch. Die Frettchen werden nur zu
zweit oder zu vorhandenen Tieren abgegeben und können nicht spontan
einfach mitgenommen werden. Kranke Tiere werden nicht verkauft.
Seriöse Züchter lassen keine Inzucht zu und verzichten auf das
Vermehren von Frettchen ohne Stammbaum oder das Einkreuzen von Iltissen
und anderen Wildtieren. Selbstverständlich hält der seriöse Züchter
seine Tiere artgerecht, ernährt sie entsprechend und unterhält saubere
Gehege.
Solche Züchter zu finden ist nicht immer einfach, aber die Suche lohnt
sich im Interesse der Tiere.
Farbschläge
Frettchen
werden nicht wie die meisten anderen Haustiere in Rassen unterteilt,
sondern nur in Farbschläge und Farbvarianten. Daneben gibt es Frettchen
mit kurzen Haaren, Frettchen, die im Sommer kurz- und im Winter
langhaarig sind (Halblanghaar) sowie Langhaarfrettchen, die im
Gegensatz zu den anderen Tieren keine Unterwolle besitzen.
Die Farbschläge unterteilt man in Standard- und Sonderfarben
Standardfarben
Albinofrettchen
Das
Albinofrettchen ist das ursprüngliche Frettchen. Es besitzt weiße bis
gelbliche Deckhaare und Unterwolle gleicher Farbe. Die Nase der Tiere
ist rosa, die Augen sind rot (pigmentlos). Albinofrettchen tragen keine
Maske, neigen zu Sonnenbrand auf der Nase und gelten als anfällig für
Tumorerkrankungen und andere Krankheiten.
Iltisfrettchen
Den Farbschlag
Iltis gibt es in heller und dunkler Form. So sind dunkle Iltisfrettchen
meist dunkelbraun bis schwarz, wobei Beine und Schwanz von dunklerer
Farbe sind als der Körper. Die Unterwolle ist gelblich bis hellbraun.
Helle Iltisfrettchen besitzen graues Deckhaar und sind an Beinen und
Schwanz dunkelbraun. Die Unterwolle ist hier grau bis gelblich. Bei
Iltisfrettchen können verschiedene Farbvarianten wie der Harlekin oder
der Steppeniltis auftreten. Iltisfrettchen werden in der
Langhaarversion als "sable" bezeichnet.
Siam-, Zimt- und Cinnamonfrettchen
Dieser
Farbschlag besitzt ein gelbliches, rotbraunes oder leicht
orangefarbenes Fell mit cremefarbener, gelblicher oder rötlicher
Unterwolle. Die Nase ist meist rosa, kann aber auch dunkle Pigmente
aufweisen. Meist besitzen Siam-, Zimt- und Cinnamonfrettchen eine
Maske, die auch nur leicht ausgeprägt sein kann. Der Farbschlag Siam
wird bei langhaarigen Tieren als "Royal Orange" bezeichnet.
American
Silver / Deutscher Silver
Diese beiden
Farbschläge sind sich grundsätzlich sehr ähnlich. Allerdings wird das
Fell der Amerikaner mit jedem Fellwechsel heller. Die Tiere besitzen
eine kräftig graue Färbung aus verschiedenen Grautönen. Die Unterwolle
ist weiß, die Augen sind schwarz oder braun. Bei der Nase kommen alle
Varianten vor. Silverfrettchen können auch als Harlekin, Spotted oder
Badger auftreten und besitzen meist keine oder eine nur schwach
ausgeprägte Maske.
Sonderfarben
Frettchen in
Sonderfarben entstehen häufig nur durch strenge Zucht, wobei es durch
die Fokussierung rein auf die Farbe häufig zu gesundheitlichen Schäden
kommt. Hier ist es noch wichtiger darauf zu achten, dass die Frettchen
wirklich von einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter erworben
werden.
Snowfrettchen
(auch DEW und BEW)
Als
Snowfrettchen bezeichnet man Frettchen mit reinweißem Deckhaar und
gelblicher bis weißer Unterwolle. Die Augen sind meist schwarz oder
braun, manchmal auch blau und grün. Snowfrettchen besitzen eine rosa
Nase und werden manchmal erst nach mehreren Fellwechseln reinweiß.
Frettchen dieses Farbschlags sind oft taub.
Blackself-Frettchen
Blackself-Frettchen
sind sehr dunkel. Grannen und Unterwolle sind schwarz bis dunkelbraun,
manchmal tritt auch die Farbvariante Harlekin auf. Eine helle
Verfärbung am Kinn ist möglich. Blackself-Frettchen leiden häufig an
Hodenhochstand.
Black
Solid-Frettchen
Der Farbschlag
Black Solid besitzt tiefschwarzes Fell bei grauer Unterwolle. Augen und
Nase sind meist schwarz, allerdings kommen auch grüne und blaue Augen
vor. Black Solid-Frettchen tragen keine Maske und dürfen nur kleine
weiße Abzeichen an der Schnauze aufweisen.
Panda- und
Pinto-Pandafrettchen
Panda- und
Pinto-Pandafrettchen sind sich sehr ähnlich. Beide Farbschläge sind
weiß mit dunkleren Fellstellen, die bei den Pintos meist dunkler sind.
Pandafrettchen weisen dunkle Stellen vorwiegend am Rücken und Schwanz
auf und können im Laufe der Zeit zu Snowfrettchen werden. Beim Pinto
sind die Schultern dunkel und die Frettchen besitzen oft einen weißen
Kehlfleck. Leider tritt bei beiden Farbschlägen sehr häufig Taubheit
auf.
Chocolatefrettchen
Chocolatefrettchen
besitzen karamellfarbenes Deckhaar. Unterwolle und Nase sollten in
gleicher Farbe sein. Die Tiere besitzen keine Maske. Der Farbschlag
Chocolate kommt überwiegend bei langhaarigen und halblanghaarigen
Tieren vor.
Dalmatiner- / Polkadotfrettchen
Wie der Name
schon suggeriert, besitzen Dalmatinerfrettchen ein weißes bis
gelbliches Fell mit unregelmäßigen schwarzen Flecken. Diese Züchtung
ist noch recht selten und stammt ursprünglich aus den USA.
Dalmatinerfrettchen sind wie viele andere helle Züchtungen sehr oft
taub.
Helle und dunkle Sonderfarben
Neben den oben
genannten gibt es noch zahlreiche helle und dunkle Sonderfarben. Dazu
gehören zum Beispiel die Farbschläge Pastell und Palomino oder auch
dunkle Tiere mit meist grauer Unterwolle.
Farbvarianten
Innerhalb der
verschiedenen Farbschläge können auch unterschiedliche Farbvarianten
auftreten. Dazu gehören Harlekin, Spotted/Schecke und Badger, auch
bekannt als Dachsfrettchen oder Blazed.
Harlekin
Frettchen mit
der Farbvariante Harlekin besitzen einen weißen Kehllatz und weiße
Zehenspitzen oder Füße. Auch an den Hinterpfoten befinden sich oft
weiße Abzeichen. Es kommt häufig vor, dass Harlekins mit jedem
Fellwechsel heller werden. Die Farbvariante tritt bei Iltis-, Siam- und
Blackself-Frettchen sowie bei allen hellen und dunklen Sonderfarben
auf.
Spotted/Schecke
Frettchen
dieser Farbvariante tragen unregelmäßige weiße Flecken an Bauch oder
Kopf. Oft tritt diese Variante in Kombination mit den beiden anderen
auf. Frettchen dieser Farbvariante sind oft taub. Man findet sie bei
Iltis-, Siam- und Silverfrettchen, aber auch bei Frettchen in hellen
und dunklen Sonderfarben.
Dachsfrettchen
Badger erinnern
durch ihre weißen Fellstreifen am Kopf an einen Dachs. Auch hier kann
eine Kombination mit Harlekin und Spotted auftreten. Dachsfrettchen
kommen unter Iltis-, Siam- und Silverfrettchen vor. Auch diese
Marderartigen haben häufig unter Taubheit zu leiden.