Frettchenfutter

In freier Wildbahn ernähren sich Marderartige wie der Iltis, dessen domestizierte Form das Frettchen darstellt, hauptsächlich von kleinen Beutetieren, wie zum Beispiel Vögeln, Kaninchen und Nagern, aber auch kleinen Schlangen und Würmern.

Diese Beutetiere werden im Ganzen verspeist und im Gegensatz zur Katze verzehren Frettchen auch ältere, abgelegte Beutetiere. Dieser natürlichen Art der Ernährung sollten Sie so nahe wie möglich kommen, wenn Sie Ihre Frettchen gesund und ihrer Natur entsprechend füttern möchten, ist doch der Stoffwechsel der Tiere genau darauf abgestimmt.

So besitzen Frettchen als reine Fleischfresser zum Beispiel mit 0,55 Metern und 0,06 Metern einen sehr kurzen Dünn- und Dickdarm (zum Vergleich: bei der Katze misst der Dünndarm etwa 1,5 Meter, der Dickdarm 0,40 Meter). Entsprechend schnell geht die Verdauung des Frettchens vonstatten (ca. 3 Stunden). Darüber hinaus besitzt das Frettchen keinen Blinddarm, der dafür verantwortlich ist, Enzyme zum Aufspalten von Getreide bereitzustellen. Folglich können Frettchen Getreide nur vorverdaut aufspalten und verstoffwechseln, d. h. solches müsste in dieser Form gereicht werden. Unter anderem durch den schnellen Stoffwechsel der Tiere können pflanzliche Bestandteile auch grundsätzlich kaum bis nicht verwertet werden.
 

Arten der Fütterung

B.A.R.F. - Biologisch artgerechte Rohfütterung

Barfen bedeutet, vereinfacht ausgedrückt, die Gabe von frischem rohen Fleisch, das bei Bedarf mit Vitaminen und anderen für das Frettchen essenziellen Stoffen versetzt wird, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Diese Art der Fütterung ist die natürlichste, da sie der Ernährung der Marderartigen in freier Wildbahn am nächsten kommt. Allerdings sind bei Frettchen noch keine genauen Bedarfswerte im Bezug auf die einzelnen Nährstoffe bekannt, weshalb es sehr wichtig ist, die Frettchen abwechslungsreich zu ernähren, da eine zu einseitige Ernährung wiederum mit Mangelerscheinungen verbunden sein kann. Außerdem spezialisieren sich Frettchen sehr schnell auf ein bestimmtes Futtermittel. Um dies zu vermeiden sollten von Anfang an möglichst viele unterschiedliche Futtermittel gegeben werden.

Gegeben werden kann im Endeffekt jedes Fleisch mit Ausnahme von Schweinefleisch (auch kein Wildschwein), da hier die Gefahr der Pseudotollwut (Aujeszky-Virus) besteht. Thiaminasehaltiger Fisch sollte vermieden werden. Thiaminasefrei sind zum Beispiel Wildlachs (Salmo salar) und Forelle. Bei Muskelfleisch müssen Vitamine supplementiert (zugefügt) werden. Hier kann man sich bis zu einem gewissen Grad an die Angaben für Katzen halten.

Darüber hinaus sollten immer wieder ganze Beutetiere gefüttert werden, auch wenn dies zu Anfang vielleicht etwas Überwindung kostet.

Denkbar wären hier beispielsweise:

- Eintagsküken
- Mäuse
- Ratten
- Hamster
- Tauben
- Wachteln
- Kaninchen
- Hasen
- Meerschweinchen
- Hühner

B.A.R.F. erfordert eine gewisse Einarbeitungszeit ist jedoch die natürlichste und gesündeste Fütterungsmethode.

Genauere Informationen finden Sie hier:

http://dubarfst.eu/
 

Trockenfutter für Frettchen

Bedingt durch ihren schnellen Stoffwechsel ist es notwendig, Frettchen stets Zugang zu Futter zu gewähren. Hierzu wird gerne Trockenfutter verwendet, das jedoch genau auf die Bedürfnisse der Frettchen abgestimmt sein muss.

So sollte der Rohproteingehalt bei min. 34 % liegen, der Rohfettanteil bei min. 20 % , während Rohasche zu maximal 7 % und Rohfaser zu höchstens 2 % enthalten sein sollte.

Empfehlenswerte Sorten sind hier beispielsweise:

- Totally Ferret
- Ferret Complete
- Kennel Nutrition Ferret
- Frettchen4You

Trockenfutter steht den Frettchen genauso wie Wasser in ausreichender Menge den ganzen Tag zur freien Verfügung.
 

Nassfutter

Die Auswahl an Nassfutter für Frettchen ist noch recht überschaubar. Meist wurden die Tiere mit Nassfutter für Katzen ernährt, das jedoch für die Marderartigen nur bedingt geeignet ist.

Genauere Informationen dazu finden Sie unter: Katzenfutter für Frettchen? (Link auf Katzenfutter für Frettchen, wenn Unterseite, ansonsten Satz streichen)

Grundsätzlich sollte das Nassfutter zu mindestens 80 % aus tierischen Bestandteilen bestehen und einen genauso hohen Gehalt an Taurin enthalten, wie dies für Katzen erforderlich ist (2500 mg auf 1 kg Nassfutter). Allerdings ist dazu zu sagen, dass handelsübliches Katzenfutter nur sehr selten ausreichend Taurin enthält.

Ein empfehlenswertes Nassfutter für Frettchen ist zum Beispiel:

- RoboFrett

Sowohl Trocken- als auch Nassfutter sollten kein Getreide und keinen Zucker sowie keine Farb-, Konservierungs-, Aroma-, Lock- und Geschmacksstoffe enthalten. Hochwertiges Nassfutter kann als Bereicherung des Speiseplans gegeben werden, jedoch sollte immer auch frisches Fleisch auf dem Speiseplan stehen.
 

Leckerlis

Auch Frettchen freuen sich über kleine Leckerbissen zwischendurch. Hier eignen sich gesunde Leckerlis für Katzen ohne Getreide und Zucker. Ein Eigelb einmal pro Woche oder auch einmal Gemüse oder Obst werden ebenfalls gerne genommen.
 

Katzenfutter für Frettchen?

Immer noch werden zahlreiche Frettchen mit Katzenfutter ernährt, da es lange kaum geeignete Fertigfuttermittel für die Marderartigen im Handel zu kaufen gab. Allerdings kommt die Zusammensetzung von hochwertigem Katzenfutter den Bedürfnissen der Frettchen zwar sehr nahe, jedoch bestehen dennoch Unterschiede zwischen den Ansprüchen von Katze und Frettchen, die Katzenfutter für Frettchen nur bedingt geeignet machen.

So ist der Proteinbedarf und der Bedarf an essenziellen Aminosäuren beim Frettchen höher als bei der Katze. Auch Taurin und Vitamine benötigen die Marderartigen in größerer Menge. Darüber hinaus haben die Kobolde einen noch spezifischeren Kohlehydratstoffwechsel, verbunden mit einer geringeren Verwertung von roher Stärke und Ballaststoffen. Auch die Empfindlichkeit gegenüber Zucker und Kochsalz ist beim Frettchen noch stärker ausgeprägt als bei der Katze.

Alles in allem besteht die gesündeste Form der Ernährung aus B.A.R.F. in Verbindung mit einem hochwertigen Trockenfutter für Frettchen.