Probleme bei Frettchen

Aggressivität

Aggressivität ist der häufigste Grund, der angegeben wird, wenn Probleme mit Frettchen auftreten. Allerdings sind die Marderartigen nur in den seltensten Fällen wirklich aggressiv und bösartig. Meist handelt es sich nur um ein Missverständnis oder fehlendes Verstehen der natürlichen Verhaltensweisen der Tiere. Auch wird ein einfaches Zwicken häufig bereits als wirkliches Zubeißen gewertet, obwohl die Tiere doch eigentlich nur etwas ungestüm beim Spielen waren oder der unerfahrene Frettchenhalter Warnsignale von Seiten des Frettchens nicht verstand, da diese nicht so deutlich ausfallen, wie es zum Beispiel bei Hund und Katze der Fall ist.

Weitere Gründe

Hunger/Gier

Was interessant riecht, muss probiert werden. Dabei kann es vorkommen, dass die Frettchen einfach einmal zubeißen und "kosten". Dieses Verhalten kann durch gute Erziehung unterdrückt werden. Dennoch kann es vorkommen, dass die Frettchen beispielsweise bei einer neuen Handcreme nicht widerstehen können.

Übermut

Gerade junge Frettchen sind noch sehr übermütig und verspielt. Werden mindestens zwei Frettchen gehalten können diese sich miteinander austoben und die menschlichen Finger bleiben in den meisten Fällen verschont. Sollte ihr Frettchen dennoch einmal zubeißen, halten Sie die Hand still und trennen Sie das Frettchen vorsichtig von Ihrer Hand mit einem deutlichen "Nein", auch wenn Ihnen dies angesichts der Schmerzen schwer fällt.

Angst/Traumas

Wenn sich Frettchen erschrecken oder Angst haben, kann es sein, dass sie frei nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" beherzt zubeißen. Bestrafen Sie die Tiere hier nicht, sondern lösen Sie den Biss vorsichtig und erlauben Sie dem Frettchen sich zurückzuziehen. Gerade bei Frettchen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, bedarf es jeder Menge Ruhe und Geduld, um Vertrauen aufzubauen. Greifen Sie im Umgang mit Ihren Frettchen niemals zu Gewalt.

Andere Gründe

Liebesbisse, Missverständnisse, Verwechslungen und Revierverhalten können ebenfalls Gründe dafür sein, dass Frettchen zubeißen.
 

Unsauberkeit

Zunächst einmal ist zu sagen, dass längst nicht alle Frettchen stubenrein werden und das man als Frettchenhalter immer damit rechnen muss, dass sich die Tiere im Spiel oder beim Erkunden vergessen und ihr Geschäft auch einmal außerhalb der Klokiste verrichten. Dennoch ist es natürlich sinnvoll, Frettchen an ihre Klokisten zu gewöhnen, um sie soweit wie möglich zur Sauberkeit zu erziehen. Dazu setzen Sie das Frettchen nach dem Fressen und/oder wenn es sich mit erhobenen Schwanz nach hinten bewegt in sein Klo und loben es überschwänglich, wenn es dort sein Geschäft verrichtet. Klappt es nicht, versuchen Sie es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

Unsauberkeit vermeiden Sie ferner, indem Sie in jedem Raum sowie an den von den Frettchen bevorzugten Stellen Klokisten aufstellen. Die Stubenreinheit von Frettchen ist nicht mit der von Katzen und Hunden vergleichbar. Auch Frettchen, die eigentlich bereits stubenrein waren, können vor der Geschlechtsreife und während der Ranz beginnen Kot und Harn als Reviermarkierungen abzusetzen. Hier schafft eine Kastration oft, wenn auch nicht immer, Abhilfe. Auch Unruhe in der Gruppe kann zu vorübergehender Unsauberkeit führen. Sorgen Sie soweit möglich dafür, dass Unruhe vermieden wird.
 

Geruch

Die Redensart "Du stinkst wie ein Iltis" kommt nicht von ungefähr und auch Frettchen haben als Marderartige einen leicht süßlichen, wildartig moschusähnlichen Geruch, der nicht jedermanns Sache ist. Rüden riechen hier intensiver als Fähen, wobei eine Kastration etwas Abhilfe schafft. Darüber hinaus hilft es auf penible Sauberkeit im Gehege zu achten und Einrichtungsgegenstände sowie Kuscheldecken etc. mehrmals die Woche zu reinigen und die Wohnung täglich gründlich zu lüften. Der Einsatz von Raumsprays sowie das Baden der Tiere sind Maßnahmen, die vermieden werden sollten.

Die Analdrüsen haben übrigens mit dem typischen Eigengeruch der Frettchen nichts zu tun. Das enthaltene Sekret wird nur in Ausnahmesituationen, wie etwa großer Angst, Aufregung oder Schmerzen, abgespritzt, wobei der "Duft" aber relativ schnell verfliegt. Es ist daher nicht nur völlig sinnlos Frettchen die Analdrüsen zu entfernen, sondern auch ohne medizinische Notwendigkeit verboten, da diese u. a. für die Kommunikation unter den Tieren von immenser Bedeutung sind.

Klären Sie beispielsweise durch wiederholte Besuche bei anderen Frettchenbesitzern am besten vorab, ob Sie und Ihre Familie mit dem typischen Frettchengeruch leben können.